Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates

Viel-o-sofie (oder wie man das schreibt...)


Hier habe ich im Interview- bzw. Frage/Antwort-Style die wichtigsten Themen aufgegriffen, die noch nicht in den anderen Texten beantwortet sind.

Was steckt eigentlich dahinter, wenn du da aus altem Holz was Neues baust?

Ich habe bei der Einleitung auf der Startseite schon kurz drauf hingewiesen: mir geht es um die Verwendung von altem Holz aus mehreren Gründen.

1.    Das Material:

Altes Holz, egal ob unbehandelt, aus ehemaligen Möbeln, Scheunen-Funde, Reste aus der Sägerei, hat so seinen eigenen „Flair“. Unbehandeltes Holz, in roh gesägter Form oder als „Wildholz“ läßt alle Möglichkeiten offen und lädt ein durch genaues Betrachten des Stückes der Wuchsform, Maserung oder Färbung zu folgen, von da aus bei einem Möbel oder Teil davon zu enden, was für mich da drin zu sehen war, nur wartete zu entstehen. Ähnlich wie Michelangelo (aber mit dem will ich meine „Kunst“ nicht vergleichen, nur die Anschauung) der sagte, dass er nur das Überflüssige vom Stein entfernte um die Figur zu befreien, so nehme ich vom Holz weg und gebe hinzu, was sich vor meinem geistigen Auge hervortut.
Bei wiederverwendetem Holz, das schon lackiert, verbaut, geformt wurde, stelle ich mir die Frage: „Was kann hieraus entstehen, wo möchte es sich einfügen oder als Träger/Basis dienen, um etwas völlig Neues zu werden?“ Da kann es passieren, dass es ganz anders anfängt, als es aufhört. Das passiert mir aber mit allen Hölzern. Es kann passieren, das zum Schluss etwas völlig anderes zum Leben erwacht, als ursprünglich auf der Skizze zu sehen ist. Da hab ich mich aber mittlerweile schon dran gewöhnt :-)

2.    Die Möglichkeiten

Da ich mich sehr schwer tue, mit Holz so zu arbeiten, das es geradlinig verarbeitet wird (was nicht heißt unpräzise, da muss ich bei meinen Instrument immer drauf achten, sonst wäre da nur Unbespielbares bei raus gekommen), aber mit Winkel & Passgenau ist nicht so meines, da wäre ich dann besser Möbelschreiner geworden (nein, bin ich nicht, das Thema lässt mich echt nicht mehr los, scheint es .......)
Nichts gegen diesen ehrbaren Beruf, aber ich bin auch kein gelernter Instrumentenbauer, trotzdem spielen viele Menschen meine Instrumente, darunter auch diverse namhafte Musiker. Also scheint es nicht immer erforderlich zu sein, den ausgeübten Beruf zu erlernen in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Auch hier habe ich wieder ein Hobby zum Beruf gemacht, zurzeit begeistert mich der Möbelbau und ich werde es so lange machen, wie ich da Spaß dran habe. Denn nur so kann ich sicher sein, das ich hinter dem Gebauten stehen kann.
Und das soll auch zu spüren sein, beim Betrachten meiner „Werke“.
Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Anspruch mich qualitativ & verarbeitungstechnisch mit einem Möbelschreiner (schon wieder dieses Wort....) messen zu wollen, diesen Anspruch würde ich sicherlich nicht erfüllen. Das muß an dieser Stelle deutlich gesagt werden! Wer so ein Möbelstück sucht, sollte es von so jemand zu dem angemessenen Preis machen lassen! Mir geht es darum bezahlbare Unikate zu bauen, die halten, funktionieren, gut aussehen und den Wasserwagen und Winkeln das Fürchten lernen (außer wo es Sinnvoll ist, bei Regalbrettern zum Beispiel) - wo Erscheinungsbild und Haltbarkeit vor Präzession und Passgenauigkeit geht.

3.    Die Motivation

Natürlich spielt auch der Aspekt der Nachhaltigkeit eine große Rolle, das tat es schon bei meinen ersten Instrumenten, die aus Schrankrückwänden & Fensterrahmen gebaut wurde (was ich auch heute noch hin & wieder mache). Nur haben wir hier ein Thema, das ich an dieser Stelle nochmal beleuchten möchte. Unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ wird heute sehr viel angeboten, weil Umweltschutz, Recycling & Wiederverwertung gerade ein Modetrend zu sein scheint. Nur habe ich leider auch auf dem Möbelsektor bemerkt, dass sich da einiges in die falsche Richtung entwickelt. Nicht nur bei dem größten online-Anbieter in der E-Bucht, auch bei großen Möbel & Designer-Läden werden immer mehr Sachen angeboten unter dem Begriff „Nachhaltig“. Mir stellt sich nur die Frage: „Was ist daran Nachhaltig, wenn ich in Indien/Süd-ost Asien, etc.) für ca. 50-100 Dollar einen Tisch herstellen lasse, (meinetwegen aus wiederverwendeten Bootsplanken), der dann per Container über den halben Erdball verschifft, hier dann für 1000 € angeboten wird!!!

Nun habe ich nichts gegen Importe & Arbeitsplätze sichern in z.B. Indien, nur sollte dann überlegt werden, wie nachhaltig es ist Sachen hier rüber zu schiffen, die man auch ähnlich mit hier anfallenden Hölzern und Erhalt bzw. Schaffung heimischer Arbeitsplätze innerhalb Deutschlands haben kann. Es fallen dann aber keine Gewinne von etlichen 100% an, mag sein, dass dieses der Grund ist. Ist ja beim Instrumentenbau, Elektronik, KFZ, etc. eine gängige Praxis. Aber das nur so am Rande.
Denn wenn ich gefragt werde, wie ich meine Preise gestalte, dann verweise ich darauf, dass ich alles was ich an Zeit, Material, Maschinen, Miete, etc. aufwenden muss, hier in der BRD betreibe und hiesige Lebenshaltungskosten erfordern hiesigen Lohn!

Zum Abschluss möchte ich jedem Interessenten anbieten, mir Fragen zu stellen, die gerne beantworte, soweit es mir möglich ist. Ich hoffe, hiermit das Wichtigste angeschnitten zu haben, um sich ein Bild meines Schaffens und Einstellung machen zu können. Sollten meine Objekte euch gefallen oder auch nicht, bin ich über Feedback immer erfreut. Dazu gehört auch konstruktive Kritik.


Alle Möbel werden im europäischen Ausland gefertigt.