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Testbericht Gitarre & Bass, Ausgabe 5/2009 (Gothic Dream Bass)

Testbericht Gitarre & Bass, Ausgabe 5/2009

Gothic Dream Bass designed by Cassandra Elk

Bell & Head

Kleider machen Leute, und das trifft erst recht auf das Erscheinungsbild von Musikinstrumenten zu. Allein schon durch sein mächtiges Exterieur definiert sich der Bell & Head als Werkzeug für eine sehr spezielle musikalische Richtung und ist nicht nur Blickfang sondern zugleich auch ein Statement.

Der von Cassandra Elk designte Gothic Dream Bass entspricht mit seinem Erscheinungsbild durchaus diesen Anforderungen, zugleich ist er mit einer tiefen H-Saite auch für alle musikalischen Exkursionen jenseits des Mainstreams hinreichend ausgerüstet.

Konstruktion

Natürlich bietet der Fünfsaiter nicht nur ein interessantes Design, bei dem vieles an Batman und Gotham City erinnert, er ist in erster Linie ein grundsolides, ernst zu nehmendes Instrument………………………. Der Gothic Dream besitzt einen massiven Eschekorpus der naturbelassen, mit einer feinen braunen Lasur umhüllt ist. Dadurch wird die Maserung der Esche attraktiv unterstrichen und auch die untadelige gefräste Umrandung unterstreicht ein sorgfältig durchdachtes Gesamtbild…………………

Insgesamt machen sowohl die verwendeten Hölzer als auch die Verarbeitung einen soliden und akkuraten Eindruck.

Ausstattung

Zu dem ungewöhnlichen Design gesellen sich eine verchromte Hardware und ein schwarzes Pickguard. Die Brücke erscheint recht massig, macht einen grundsoliden Eindruck und erfüllt ihren Zweck ohne Beanstandungen. Bei den fünf gekapselten Stimmechaniken handelt es sich um Korea-Kopien der bekannten Gotoh-Mechaniken. Diese arbeiten feingängig und spielfrei.

Im Korpus sitzen zwei passive Humbucker-Tonabnehmer. Die Mischung der Tonabnehmer-Sounds übernimmt ein Überblendregler, der in der Mittelstellung ……………..

Handhabung

Bei der ersten Kontaktaufnahme fällt der ungewöhnliche Umriss des Fünfsaiters positiv auf. Allerdings ist das Instrument nicht unter der Prämisse “Form Follows Function“ konzipiert worden. In sitzender Position ist dieser Bass bedingt durch die ungewöhnliche Silhouette kaum bespielbar. ……………….Am Gurt hängt der 4,3 kg schwere Gothic Dream ohne an der Schulter zu ziehen. Zudem ist er recht gut ausbalanciert und wiegt eigentlich weniger als man von seinem Aussehen her vermuten würde. Trotzdem ist eine konstruktionsbedinge Kopflastigkeit konstatierbar und auch die Zugänglichkeit der oberen Griffbrettlagen ist durch das Design leicht eingeschränkt. Die beiden Humbucker liegen in einer Trichterfräsung elegant versenkt im Korpus und bieten durch ihre Einbaubreite von fast 40 mm eine bequeme Daumenauflage.

Klangverhalten

Durch die massige Holzkonstruktion ist bei einem Fünfsaiter in der Regel mit mehr Sustain und spontaner Ansprache, als bei einem Viersaiter zu rechnen. Auch der Gothic Dream zeigt diese Tendenz. Ein druckvolles Bassfundament wird mit sauberen durchsetzungskräftigen Mitten und hinreichendem Draht und Brillanz zu einem ansehnlichen Sound geführt. Die Balance der Saiten ist gut ausgewogen und auch die tiefe H-Saite erzeugt in den tiefsten Lagen eine einwandfreie Tonartikulation und fällt auch nicht im Vergleich zu den anderen Saiten ab.

Am Verstärker wird der allgemeine drahtige Grundtenor, bedingt durch das Abtastfeld der Humbucker, etwas gemildert und es ergibt sich ein sehr ausgewogenes, sattes und stimmiges Klangbild. Allerdings taucht hier ein kleines Problem auf………… Überzeugend wiederum ist die aktive Klangregelung, welche durch den Höhenregler für noch mehr Durchsichtigkeit und Brillanz sorgt. Auch der Bass-Regler greift wirkungsvoll ein und beschert zusätzliches Pfund und drückenden Punchbass.

Resümee

Ganz klar, bei diesem Bass steht das Design eindeutig im Vordergrund und damit auch eine vom Hersteller durchaus intentionierte sehr spezielle Anwendungsweise. Der Bell & Head ist kein Instrument für Warmduscher oder selbstgefällige Schauspieler, dieser Fünfsaiter ist ein Statement. Trotz kleinerer Schwächen ist dieses Instrument gerade deswegen zu empfehlen. Zum einen spricht ein günstiger Preis für diesen Fünfsaiter, der aus massiven Hölzern sehr ordentlich gebaut ist und auch in seiner Bespielbarkeit und den potenten Grund-Sounds einen gelungenen Eindruck hinterlässt. Zum anderen ist das Design einzigartig, und dass alleine sollte schon Grund genug sein, sich diesen unüblichen Bass einmal näher anzuschauen.