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Test "GITARRE & BASS", Ausgabe 3. 2009 (Rusha)

Test "GITARRE & BASS", Ausgabe 3. 2009

2009 soll das Jahr des mittlerweile 70-jährigen Klaus Voormann werden, denn es wird nicht nur eine aufwendige Dokumentation über ihn und sein musikalisches wie grafisches Schaffen erscheinen (in der sich übrigens die Stars von damals und heute die Klinke in die Hand geben), sondern es sind auch einige Instrumente auf dem Markt, bei deren Design er federführend mit dabei gewesen war. Kanal seiner Ideen ist Stuart Bilcock, der im Hunsrück lebt und über seine Firma Cassandra Elk die Produktion und Vermarktung der Voormann-Signature-Instrumente organisiert und auch beim Design nicht nur ein Wörtchen mitspricht, sondern in seiner Werkstatt auch jeweils die Prototypen baut. ………………ist bei den Instrumenten von Cassandra Elk vollkommen anders, wie man schon an der eigenwilligen Vootar sehen konnte, die in der letzten G&B-Ausgabe vorgestellt worden war.

Konstruktion

………………………..Das Design war die gemeinschaftliche Sache von Voormann und Stuart Bilcock, über dessen Firma Cassandra Elk die Gitarre auch zu beziehen ist. ………Also: Designed und Made in Germany! Und man wollte von vornherein Hochwertiges bauen, griff also auf massive Hölzer zurück – Alpenfichte für die Decke und Indischer Palisander für den Korpus, der in etwa eine Dreadnought-Form mit Cutaway bekommen hatte. ……………Um die oben erwähnte Textzeile aus `Instant Karma´ zu vervollständigen, setzte man Sterne ins Palisander-Griffbrett. Voormanns Einfluss auf das Design der Rusha beginnt aber bereits ganz oben – bei der schwungvollen Gestaltung der Kopfplatte, die mit dem Design der Steges korrespondiert. Auch das Ende des Griffbretts ist ungewöhnlich und zeigt den Sinn für ein feines Detail. ……………………………….So ist selbst die Abdeckung für den Zugang zum Stahlstab aus mit getigertem Ahorn furniertes Mahagoni – genau wie die Kopfplatte. Dieses Ahorn findet sich auch als Einfassung für das Griffbrett, Decke und Rücken wieder – sehr schön! Wie überhaupt die Gitarre insgesamt einen sehr runden, wohldurchdachten und –proportionierten Eindruck macht, so eigenwillig und extravagant sie auch auf den ersten Blick erscheinen mag.

Soundfile: Die Rusha wurde von einem Rode NT5 Kondensator-Mikrofon via Line6 POD Studio vom Computer aufgenommen. Der Soundfile ist auf der Homepage von GITARRE & BASS

Praxis

Eine Decke ohne zentrales Schallloch birgt ganz andere Resonanzeigenschaften als üblich. In den Bereichen, in denen die Rusha ihre Schalllöcher besitzt, schwingt die Decke kaum, so dass also im Vergleich zu anderen Gitarren eine deutlich größere Schwingungsfläche zur Verfügung steht. Und eine höhere Stabilität im Bereich vor dem Steg. Durch eine geschickte Beleistung hat Karl-Heinz Neudel diese Fähigkeiten der Decke zu nutzen gewusst, denn die noch frische Rusha klang bereits auf Anhieb ungeheuer offen, breitbandig und ordentlich laut, was sich im Verlauf der Testdauer – ich hatte die Gitarre etwa vier Wochen bei mir zuhause – nicht nur bestätigte, sondern noch spürbar weiter entwickelte. (Hervorhebung vom Elch) Die einzelnen Saiten stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, also dominiert trotz der Dreadnought-Form der Bassbereich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, denn der Klangcharakter wird von einem breiten Strahlen dominiert, das von einem enorm großen Obertonreichtum profitiert. Der Anschlag wird sehr schnell in Schwingung umgesetzt und klingt, egal ob mit Fingernagel, Metall- oder Kunststoff-Pick ausgelöst, enorm fett, leicht komprimiert und im besten Sinne holzig. …………………….. Durch die Qualität ihres Sounds ist die Rusha nicht auf einen Spiel- oder Musikstil festgelegt – sowohl Strumming als auch Fingerstyle ist gleichermaßen hochwertig klingend möglich. (Hervorhebung vom Elch)

In offenen Akkorden, Open Tunings – also in all diesem „Hippie-Zeugs“ – offenbart die Rusha jedoch ihre persönliche Kern-Kompetenz, ihre eigentlichen Stärken. …………..

Resümee

Klaus Voormann hat neben George Harrison akustische Gitarre auf dessen Hit ` My Sweet Lord ´ gespielt. Insofern macht der Bezug Voormann <–> Akustikgitarre durchaus sogar historischen Sinn. Hätte George die Gelegenheit gehabt, die Rusha einmal selbst zu spielen, ich bin mir sicher, sie hätte ihm sehr gut gefallen. ( Hervorhebung vom Elch!)

Klanglich sowieso, optisch aber bestimmt auch, wobei …………………………Fast so breit und obertonreich wie ein 12-saitige, entfaltet die Cassandra Elk Rusha ein ausgewogenes, volles Klangbild, das von einem ungewöhnlich großen, brillant klingenden Obertonreichtum geprägt ist. Die Rusha ist eine der ersten gelungenen Überraschungen im Neuen Jahr . (Hervorhebung vom Elch !)

Erfreulich, dass sie trotz der kompetenten Herstellung in Deutschland, bezahlbar ist.

Übersicht

Fabrikat: Cassandra Elk
Modell: Rush
Herkunftsland: Deutschland
Typ: akustische Stahlsaiten-Gitarre
Mensur: 640 (mm)
Hals: Mahagoni, zweiteilig, Halsfuß angesetzt
Griffbrett: Palisander, Stern-Einlagen, Ahorn-Einfassung
Halsform: C
Halsbreite: Sattel 44,26; XII. 54,24 (mm)
Halsdicke: I. 20,30 mm; X. 21,80 (mm)
Bünde: 20, Medium-Jumbo
Decke: Fichte, massiv
Korpus: Indischer Palisander, massiv
Oberflächen: Natural (Mattlack)
Schlagbrett: transparent
Tonabnehmer: -
Steg: Palisander, mit Knocheneinlage
Mechaniken: Kluson, verkapselt
Hardware: vergoldet
Saitenlage: E-1st 1,45; E-6th 1,80 (mm)
Gewicht: 1,90 ( kg)
Linkshand-Version erhältlich: ja
Vertrieb: Cassandra Elk, D-54497 Morbach; www.cassandraelk.com
Preis: ca. € 1890 inkl. Koffer

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Konzep
Heinz Rebellius