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"Die Traveller"

 

Da gibt es einiges an interessanten Dingern auf dem Markt. Meistes aber zu lang, oder mit zu kleinem Korpus. Und dann sehen sie auch oft etwas fragwürdig im Design aus, der Korpus wie ein Ei geformt oder sonst wie zu schlank. Ich wollte einen Korpus der ausreichend Klang & Druck rüberbringt, aber sich auch auf dem Bein gut aufliegt ohne da rumzueiern oder nur mit Gurt (auch im sitzen) spielen lässt, wie es leider fast immer bisher bei den Travellers ist. Außerdem wollte ich die Mechaniken schützen, da die bei der Reise am empfindlichsten sind und das Instrument an Länge reduzieren, ohne die Mensur zu verkürzen.
Da kam mir die Idee, das Teil als akustische Headless zu bauen, das spart Länge. Und der Korpus ist unter Berücksichtigung der Spielbarkeit im sitzen & nicht zu großen Volumens entstanden. Die Anordnung der Schallöcher war u.a. um zu verhindern, das zu viel Schwingfläche der Decke im mittleren Bereich wegfällt. Mir war es ein Rätsel, warum da kein Anderer bisher drauf gekommen war. Anfangs hatte ich Bedenken, das die kleinen Dinger da unten nicht ausreichen würden, um genug Klang & Lautstärke rüber zu bringen aber der Prototyp belehrte mich einen Besseren. Das reicht völlig aus!

 


 

 

traveller1traveller2 Ein bißchen rumprobieren galt bei der Saitenführung. Die sind nun durch die Decke hinter der Brücke durch Kupferhülsen geführt und kommen hinten raus um in die Mechaniken eingefädelt zu werden. Erfordert ein etwas Fingerspitzengefühl, ist aber alles kein Hexenwerk. Dann galt es die hinten sitzenden Mechaniken passen aufzuteilen. Ich beschloss drei Mechaniken nach oben & drei nach unten zu verlegen, dadurch lassen sich die Saiten ohne großes aus der Flucht laufen verlegen. Wichtig war mir auch die Mechaniken vor Stoß zu schützen, Das gelang mir, indem ich die Korpusform so gestaltete, dass die Mechaniken in einer „Nische“ verschwinden. Was zur Folge hat, dass die Gitarre nun auf den Mechaniken abgestellt werden kann (ohne Ständer auf geradem Untergrund) und sie sind nicht im Weg.

 


 

 

Natürlich habe ich da auch gleich einen aktiven Piezo-Tonabnehmer mit eingearbeitet, damit auch elektrisch verstärkt gespielt werden kann. Die Klinkenbuchse ist hinten, vertieft in den Korpus eingelassen & damit auch vor Schmutz & Beschädigung geschützt. Die Reglung des Pickups, durch Equalizer & Lautstärkeregler, sitzt oben auf der Zarge & ist überschaubar. Der Hals ist abschraubbar, damit bei eventueller Beschädigung der Austausch einfach ist. Mit den 24 Bünden, die bis oben hin spielbar sind, kann sogar der Gitarren-Virtuose sich voll an dem Instrument auslassen. Ansonsten wurde auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichtet, wie Verzierungen oder Ornamente. Es sollte ein funktionelles, aber auch harmonisches Instrument sein, das durch seine praktischen Aspekte auffällt. Aber das muß jeder für sich selbst rausfinden, ob er/sie diese Gitarre ansprechend oder abstoßend findet. In erster Linie geht es um einen treuen Begleiter, der robust & klanglich überzeugend ist. traveller3traveller4

 


 

 

Klanglich, ja, wie klingt das Teil eigentlich? Nun, da ich alle meine Instrumente baue unter dem Aspekt: „ Probieren, werd` schon sehen/hören was dabei rauskommt!“ und unter außer Acht lassen, was ein gelernter Instrumentenbauer machen oder auch nicht machen würde, bin ich immer selber ganz überrascht, wie das Schätzchen wird. So auch hier. Klanglich ist die Traveller mit nichts anderem vergleichbar. Es fließen hier mehrere Aspekte anderer Instrumente zusammen. Es hört sich an wie eine 3er Hochzeit zwischen Banjo, Dulzimer & Gitarre an! Ich finde ein klanglich interessantes Teil, das mir viel Spaß bereitet. Es gibt nun 6 Gitarren, die in Kleinserie gebaut wurden & ich bin am überlegen die auch weiterhin anzubieten, wenn Nachfrage danach ist.